shinji.be

Inga Humpe's article


Original German text

Written down by Annabel Wahba for tagesspiegel.de, 01 May 2005.
(English translation below)

Wet-Gel, Synthie & Kajal
Sie hatten peinliche Frisuren und ihr Name klingt bis heute doof: Depeche Mode. Aber nach 25 Jahren ist klar: Sie waren Avantgarde.
Von Inga Humpe

Ihre Musik nannte man Anfang der 80er Jahre Synthie-Pop. Das klingt ein wenig nach Plastik-Musik – die Gattung hat auch nicht lange überlebt, ebenso wenig wie die meisten Bands aus dieser Zeit. Nur eine, Depeche Mode, anfangs als Teenie-Band belächelt, ist bis heute erfolgreich und feiert dieses Jahr ihren 25. Geburtstag. Sogar Johnny Cash hat einen Song von ihnen gecovert: "Personal Jesus". Danach hat Marilyn Manson den Song noch einmal aufgenommen. Und ein neues Album mit Remixen stieg letzten Oktober in die deutschen Albumcharts auf Platz 2 ein. Über das Phänomen Depeche Mode und ihren Einfluss auf die Popmusik erzählt hier Inga Humpe. Zusammen mit ihrem Lebensgefährten Tommi Eckart ist sie 2raumwohnung, eine der erfolgreichsten deutschen Bands.

Als ich zum ersten Mal Depeche Mode hörte, war das für mich Verrat. Es muss 1982 gewesen sein, damals war ich noch in meiner Punkphase. Daniel Miller, der Chef der Independent-Plattenfirma Mute, hatte Depeche Mode unter Vertrag genommen. Ich kannte Daniel ein bisschen und war geschockt. Wie konnte der auf einmal Popmusik machen?

Jetzt ist Depeche Mode schon seit 25 Jahren erfolgreich. Jeder, der Popsongs schreibt, landet irgendwann bei ihrem Songwriter Martin Gore. Er hat es über all die Jahre geschafft, immer wieder anders zu klingen – auf seinem Soloalbum singt er sogar den deutschen Nachkriegsschlager "Das Lied vom einsamen Mädchen" – und doch hört man stets diese besondere Atmosphäre heraus, die typisch für Depeche Mode ist. Allein die Song- und Albumtitel: "Black Celebration" und "Music for the masses", das hat was Sakrales und sehr Dramatisches.

Aber so was gut zu finden, habe ich mir 1982 noch nicht erlaubt. Damals ging es mir weniger um die Musik, als viel mehr um die Ideologie. Allein dieser bescheuerte Name: Depeche Mode. Der Sänger Dave Gahan hatte die Idee dazu. Er las während seiner Ausbildung an der Londoner Kunstschule eine französische Modezeitschrift mit dem Titel "Dépêche Mode". Mir war alles, was mit Mode zu tun hatte, suspekt, ich wollte auf keinen Hype hereinfallen. Ich lief lieber mit einer Plastiktüte herum, als mir eine Handtasche zuzulegen.

Bei den Platten, die ich zwischen 1979 und 1982 mit der Punkband Neonbabies machte, ging es vor allem um eine Lebenseinstellung. Ich war mit einer irrsinnigen Wut im Bauch von Hagen nach Berlin gekommen. Schon als Teenager empfand ich den Staat als verlogen, von den RAF-Leuten dachte ich damals, dass sie als Einzige etwas verändern könnten. Als sich Ulrike Meinhof das Leben nahm, war ich 20 Jahre alt und entschlossen, Mitglied der RAF zu werden. Zum Glück kam es nie dazu, stattdessen entdeckte ich 1977 Punk für mich.

Mit den Neonbabies haben wir auch als Vorgruppe zu The Clash gespielt. Auf den Konzerten warf das Publikum gerne mal mit Bierdosen, die bekam ich dann an den Kopf und warf sie wieder zurück. Depeche Mode mit ihrem Synthiepop und Neonbabies – das waren zwei völlig verschiedene Welten.

Später hatten sie aber sogar denselben Produzenten wie wir: Gareth Jones. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, dass Depeche Mode einfach Post-Punk war. Ihre Musik war die logische Gegenbewegung zum Punk. Sie verwendeten Synthesizer, um Melodien zu erzeugen. Das fand ich für sich genommen noch ganz interessant, ich habe mir sogar selbst ein Synthesizer gekauft und ein bisschen darauf rumgeübt. Aber die Haltung, die hinter einer Popband wie Depeche Mode stand, fand ich damals unmöglich. So ist das eben in dem Alter: Von der ersten selbst gefundenen Ideologie will man nicht so leicht abrücken.

Das Hansastudio in der Köthener Straße, in dem wir aufnahmen und in dem zwischen 1983 und 1985 auch Depeche Mode ihre Platten einspielten, war ein legendärer Ort. In den 70er Jahren war Brian Eno hergekommen, hier entstand David Bowies Song "Heroes". Allein, dass er hier war, sorgte für eine ganz besondere Aura. Da standen alte Synthesizer rum, es war ziemlich dunkel und total staubig. Wir sangen in diesem riesigen, alten Orchesterraum, in dem man sich ganz verloren vorkam. Nur ein paar einsame Lampen spendeten Licht. Gleichzeitig hatte dieses vierstöckige Studio ultramodernes Equipment. Vom Mischraum aus sah man direkt auf die Mauer am Potsdamer Platz, auf den Todesstreifen und die patrouillierenden Soldaten der DDR. Dieser Ort war ein Stück Geschichte. Und das zog eine Menge Leute aus dem Ausland an. Leute wie Depeche Mode.

Ihr Songschreiber Martin Gore hat sich immer schon für deutsche elektronische Musik interessiert, für Kraftwerk. Auch für Krautrock von Bands wie Neu! Beim gleichen Plattenlabel wie Depeche Mode waren außerdem die Einstürzenden Neubauten und DAF, die mit "Tanz den Mussolini" einen Hit hatten. Auf dem Song "People are People", mit dem Depeche Mode 1983 den Durchbruch schaffte, hört man den Einfluss der Neubauten raus: Dieses Schlagen auf Metallinstrumente haben sie erfunden.

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, wann das war, aber irgendwann um 1983 rum habe ich dann die Jungs von Depeche Mode kennen gelernt. Mit unserem gemeinsamen Produzenten gingen wir in einen Club in der Damaschkestraße. Martin und ich hatten einen ziemlich ähnlichen Haarschnitt damals. An den Seiten kurz rasiert und oben die blonden Locken wie eine Tolle. Heute muss ich sagen: Das sah grauenhaft aus. Die Fotos von damals sind ein Brüller.

1983 war für mich ein Wendepunkt. Ich verabschiedete mich von meiner engen Punkideologie und landete mit "Codo" einen Nummer-eins-Hit. Von da an konnte ich auch Bands wie Depeche Mode gut finden. Nach drei Jahren Punk hatte sich bei mir eine Desillusionierung eingestellt, und die drückte sich in der Musik aus. Punk war eben doch nicht die ewige, heilsbringende Familie, die ich mir vorgestellt hatte, die erste andere Familie nach den Eltern. Irgendwann ist das bei jeder Jugendbewegung so: Man ist enttäuscht , weil es kommerzialisiert wird. Mit DÖF und dem Song "Codo", von dem die meisten noch die Refrainzeile "Ich düse im Sauseschritt" kennen, habe ich mich bewusst gegen meine musikalische Vergangenheit gestellt. Ich sagte mir: So, jetzt mache ich mal Schlager und werfe alles durcheinander. Von meinen alten Freunden hat mich danach keiner mehr angerufen.

Dass ich in meiner Haltung lange so hart war, ist sicher auch ein Ergebnis meiner protestantischen Erziehung. Protestantismus ist ja sehr unfrei, man kann nicht beichten, Sünden werden einem nicht vergeben. Sehr unsexy. Deswegen war ich auch so kleinkariert. Für mich gab es immer nur einen sehr schmalen Grat, auf dem ich mich bewegte. Und als ich feststellte, dass die Punkbewegung nichts taugt – diese Coolness, dass man sich immer schön auf Abstand hielt – schwang ich ins Gegenteil um.

Martin war damals mit einer Deutschen zusammen, Christina Friedrichs. Nach dem Abend in der Damaschkestraße haben wir uns immer mal wieder gesehen und angefreundet, Martin war zwischen ’83 und ’86 sehr oft in Berlin. Als ich mit meiner Schwester Humpe&Humpe gründete, hat Martin von Depeche Mode auf einem unserer Alben gespielt. Das war wieder im Hansa-Studio, er nahm gerade oben eine Platte auf und als wir ihn fragten, spielte er eine Synthesizerline für einen unserer Songs.

Schon bald danach merkte ich, dass ich in Deutschland musikalisch nicht weiterkomme. Ich träumte von einer Fusion aus Dancemusik und klassischen Songs, aber das gab es in Deutschland nicht. Ich musste weg und ging nach London, denn da gab es Bands, die genau das machten. Als ich dann 1986 nach England umzog, wohnte ich bei Christina, zu diesem Zeitpunkt Martins Ex-Freundin. Ich traf ihn und die anderen drei von Depeche Mode immer wieder beim Ausgehen und auf Privatpartys. Wir wohnten im selben Viertel. Einmal gab es einen legendären Abend bei Christina. Alle von Depeche Mode kamen, ein paar von Pink Floyd waren da. Und weil wir in England feierten, kam dann der Klassiker: Dave Gahan nahm sämtlichen Alkohol, den er finden konnte, schüttete ihn in einen Eimer und alle tranken daraus. So nach dem Motto: Die Party ist erst gut, wenn man kotzt. Dave hat dann im Suff blöde Sprüche gemacht über Hitler, und mir ging das alles auf die Nerven. Ich glaube, ich bin dann irgendwann in mein Zimmer, habe die Tür zugemacht und mich geärgert.

Wahrscheinlich war ich ein bisschen empfindlich, aber ich hatte immer das Gefühl, dass ich als Musikerin, zumal als deutsche, in England nicht ernst genommen wurde: Frau ist eben Frau und nicht Musikerin. Martin war da die Ausnahme.

Martin Gore ist sehr weiblich für einen heterosexuellen Mann. Früher zog er gerne mal einen Rock an und trug enge schwarze Tops, die so tief ausgeschnitten waren, dass sie seinen Brustkorb zeigten. Wenn man so spielen und sich als Popwesen darstellen kann, ohne die eigene Person dabei zu verlieren, muss man sehr stark und bei sich sein. Und das ist er. Martin war wohl der erste metrosexuelle Mann. Erst viel später wurde das durch Leute wie David Beckham Mode.

Ich glaube, es liegt nicht nur an Martins unglaublichem Talent als Songwriter, dass Depeche Mode seit 25 Jahren Hits produzieren. Andere, wie zum Beispiel die Pet Shop Boys, konnten ihren Erfolg einfach nicht so lange halten. Depeche Mode konnte sich nämlich in der Techno- und sogar in der Countrybewegung etablieren. Sie hatten immer hervorragende Remixe, Westbam hat zum Beispiel schon vor Jahren Songs von ihnen neu abgemischt, und Johnny Cash hat "Personal Jesus" gesungen. Auf den Konzerten von Depeche Mode sind fast alle Altersgruppen vertreten, von den ganz jungen bis zu den 40- bis 50-Jährigen.

Techno hat eine unglaubliche Energie frei gesetzt, das muss Depeche Mode auch gespürt haben und hat das in die Musik aufgenommen. Ich kann mich noch erinnern, als ich 1988 zum ersten Mal auf einem Rave war. Ich war da mit der Technoformation KLF unterwegs, die sind mit dem Lastwagen losgefahren und riefen die Leute über Piratensender zusammen. Wir fuhren an geheime Plätze außerhalb von London, und dann ging die Party los. Das Ganze war streng verboten: Spontane Raves mit mehr als 100 Personen fielen in England unter den "Criminal Justice Act" und waren strafbar. Es war schon unglaublich, wenn dann die Polizei aufkreuzte und wir wegrennen mussten. Verhaftet worden bin ich aber nie. Als dann 1989 die Mauer fiel, bin ich sofort zurück nach Berlin. Kurz darauf gab es die ersten Partys im Tresor, und das war viel besser als in England, weil es hier kein Gesetz dagegen gab. Es ist schwer zu sagen, was mich am Techno so fasziniert hat, aber es war wohl dieser monotone Beat, dieses Minimalistische, dieses Bumm immer auf der Vier.

Mitte der 90er Jahre sah es bei Depeche Mode so aus, als könnten sie auseinanderbrechen. Alan Wilder stieg aus. Dave Gahan versuchte sich 1995 das Leben zu nehmen, und ein Jahr später wäre er fast an einer Überdosis Heroin gestorben. Dave war noch sehr jung, als der Erfolg losging. Der kam aus einer englischen Kleinstadt und hatte damals schon Frau und Kind. Wenn sich dann plötzlich das Leben mit einem Mal so radikal verändert, kommen viele überhaupt nicht damit klar.

Ich bin jetzt seit 25 Jahren Musikerin, und dass mein Freund Tommi Eckart und ich mit 2raumwohnung so erfolgreich sind, darüber kann ich mich einfach den ganzen Tag nur freuen. Mich inspiriert das, und ich trenne auch nicht Musik und Privatleben. Klar fällt man in ein Loch, wenn man nach einem Konzert, wo einem die Fans zugejubelt haben – bei Depeche Mode waren das bis zu 80000 Menschen – in ein Loch. Du kommst von der Bühne und plötzlich bist du einfach wieder nur ein Mensch. Das Ego in den Griff zu bekommen, ist wohl das Schwierigste am Erfolg. Ich bin sehr froh, wenn ich mich dann mit Leuten aus der Crew unterhalten kann. Wir reisen auf unseren Touren im Bus, damit wir nach dem Konzert zusammen sind. Das tut mir sehr gut. Früher war ich öfter mal alleine auf dem Hotelzimmer, das ist gar nicht schön.

Ich habe Martin schon länger nicht mehr gesehen, er lebt, soviel ich weiß, in Los Angeles. Letztes Jahr im November legte er im "Cookies" auf, leider hatte ich keine Zeit hinzugehen. Beim Songschreiben denke ich bis heute immer an Martin Gore. Ich lese mir seit Jahren all seine Songtexte durch. Unser Song "Freie Liebe" ist inspiriert von "Freelove", das auf dem letzten Depeche-Mode-Album ist. Martin erfindet wunderschöne Bilder, und wie er Gefühle transportiert – man merkt, dass er Erlebtes in Songs umwandelt.

Mein schönstes Erlebnis mit Martin war eine Party in London bei einer Freundin. Wir saßen in ihrem Schlafzimmer, Martin hatte mir gerade seine Frau Suzanne vorgestellt. Und irgendwann sang ich ihm ein Lied vor, das ich gerade geschrieben hatte. Einfach so, ohne Gitarre. Martin hat mir seinen letzten Song vorgesungen. Und dann haben wir über alte Freunde geredet. Das war ein sehr warmer Moment. Da war Glück im Raum.

Mein Lied von damals ist übrigens nie veröffentlicht worden. Ich werde es Martin noch mal vorsingen, wenn ich ihn das nächste Mal wiedersehe.


English translation

Translated by inja for shinji.be, July 2010.

Wet-Look Gel, Synthie & Eyeliner
They sported embarrassing hairdos and their name sounds silly to this day: Depeche Mode. But after 25 years one thing is clear: They were avant-garde.
By Inga Humpe

In the early 80's their music was called "Synthie-Pop". That sounds a bit like plastic music – actually the genre didn't survive very long, just like most bands from this era. Only one band, Depeche Mode, who were initially put down as a teeniebopper-band, have been successful until this day, and they celebrate their 25th birthday this year. Even Johnny Cash did a cover of one of their songs, "Personal Jesus". Following that, Marilyn Manson recorded the song another time. And last October, a new remix album entered number 2 on the German album charts. Inga Humpe now tells us a bit about the phenomenon which is Depeche Mode and about their influence on pop music. Together with her partner Tommi Eckart she forms 2raumwohnung, one of the most successful German bands.

When I listened to Depeche Mode for the first time, it was betrayal for me. It must have been in 1982; back then I was still in my Punk phase. Daniel Miller, head of the independent record label Mute, had signed Depeche Mode. I knew Daniel a bit and was shocked. How could he make pop music all of a sudden?

Now Depeche Mode have been a success for 25 years. Everyone who writes pop songs will sooner or later hit upon their songwriter Martin Gore. Over all those years, he has managed to sound different every time – on his solo album he even sings the German post-war song "Das Lied vom einsamen Mädchen" – and still there is always that special atmosphere discernible which is typical for Depeche Mode. Just take the song and album titles "Black Celebration" and "Music for the Masses" - they've got something sacred and very dramatic.

But in 1982 I didn't yet allow myself to like something like this. Back then the most important thing for me wasn't the music, but the ideology. That stupid name alone: Depeche Mode. It had been the idea of lead singer Dave Gahan. While attending the London art school he read a French fashion magazine called "Dépêche Mode". Everything about fashion seemed suspicious to me, I didn't want to fall for some hype. I'd rather run around with a plastic bag than buy a handbag.

The albums I recorded with the Punk band Neonbabies from 1979 to 1982 were primarily about a certain attitude to life. When I moved from Hagen to Berlin I was a very angry person. Even as a teenager I thought the German state was a dishonest affair, and I felt the RAF people (note from translator: RAF = Rote Armee Fraktion, very active German terrorist organisation in the 70's and 80's) were the only ones who would be able to make some changes. Wenn Ulrike Meinhof (note: RAF terrorist who committed suicide in prison) committed suicide I was 20 years old and determined to join the RAF. Luckily that never happened; instead I discovered Punk in 1977.

Among others, our band Neonbabies supported The Clash. At the gigs the audience sometimes liked to throw beer cans - they hit me on the head and I threw them back. Depeche Mode with their Synthie-Pop and the Neonbabies – those were two completely different worlds.

But later on we even had the same producer: Gareth Jones. Looking back today I'd say Depeche Mode was simply Post-Punk. Their music was the logical countermovement to Punk. They used synthesizers to create melodies. That alone I found pretty interesting, I even bought a synthesizer and played around with it a bit. But back then I couldn't tolerate the attitude behind a pop band like Depeche Mode. That's how it's like at that age: You don't want to leave behind the first ideology you found for yourself.

The Hansa Studio in Köthener Straße, where we recorded and where Depeche Mode recorded their albums from 1983 to 1985 as well, was a legendary place. In the 70's Brian Eno was here, and here David Bowie's song "Heroes" came into being. Just his former presence alone entailed a very special aura. There were old synthesizers standing around, it was pretty dark and really dusty. We sang in a huge old orchestra room, where you could feel rather forlorn. Only a few lonely lamps shed some light. At the same time the four-storied studio contained ultra modern equipment. From the mixing room you had direct view of the Wall at Potsdamer Platz, the death strip and the patrolling soldiers of the GDR. This place was a piece of history. And that attracted a lot of people from other countries. People like Depeche Mode.

Their songwriter Martin Gore had always been interested in German electronic music, in Kraftwerk, and also in "Krautrock" by bands like Neu! Sharing the same record label with Depeche Mode were Einstürzende Neubauten and DAF, who had a hit with "Tanz den Mussolini". Depeche Mode's 1983 breakthrough song "People are People" showed the influence of the Neubauten: Hitting on metal instruments was their invention.

I don't remember exactly when it was, but sometime around 1983 I finally met the guys from Depeche Mode. We and our shared producer went to a club in Damaschkestraße. Martin and I sported a pretty similar hairdo back then. Shaved short on the sides and the blond curls like a quiff on top. Today I've got to say that it looked horrible. The photos from that time are a hoot.

1983 was a turning point for me. I said goodbye to my narrow punk ideology and landed a number one hit with "Codo". From now on I was finally able to like bands like Depeche Mode. After three years of Punk I was disillusioned and I expressed that in my music. After all, Punk wasn't the ever-lasting, redeeming family like I had pictured it, the first new family after my parents. At some point every youth movement comes to this: You are disappointed because it's getting commercialized. With DÖF and the song "Codo", which will be known by most people by its chorus line "Ich düse im Sauseschritt", I deliberately defied my musical past. I said to myself, "OK, now I'm doing "Schlager" (note by translator: very light German musical genre) and turn everything upside down". As a consequence none of my old friends called me anymore.

One reason for my rigorous attitude surely was my Protestant upbringing. Protestantism is rather unfree, you can't go to confession, your sins won't be forgiven. That's really unsexy. That's why I was so narrow-minded. For me there always existed only a very fine line I moved on. And when I realized that the Punk movement wasn't any good – that coolness, always keeping your distance – I embraced the very antithesis.

At that time, Martin was seeing a German girl, Christina Friedrichs. After that evening in Damaschkestraße we ran into each other regularly and became friends. From ’83 to ’86 Martin was very often in Berlin. When my sister and I founded Humpe&Humpe, Martin from Depeche Mode played on one of our albums. That was at Hansa-Studio again; he was recording an album upstairs and when we asked him, he played a synthesizer-line for one of our songs.

Soon I realized that musically I couldn't get any further in Germany. My vision was a fusion of dance music and classical songs, but that didn't exist in Germany. I had to leave, and I went to London, because there were bands there who did exactly that. When I moved to England in 1986, I stayed at Christina's, who was Martin's ex-girlfriend at that time. I met him and the other three members of Depeche Mode every now and then while going out or at private parties. We lived in the same neighbourhood. Once there was a legendary evening at Christina's. All members of Depeche Mode came and a few guys from Pink Floyd were there. And because the partying took place in England, a classic followed: Dave Gahan took all the booze he could find, poured it into a bucket and everyone drank from it. Along the lines of: The party won't be any good unless you have to puke. Then drunken Dave made some stupid remarks about Hitler, and I was pretty pissed off from all this. I think I went into my room at some point, closed the door and was annoyed.

I guess I was a bit sensitive, but I always had the feeling of not being taken seriously as a female musician in England, especially as a German one: After all a woman is a woman and not a musician. Martin was an exception.

Martin Gore is very feminine for a straight man. Back in the day he liked to wear a skirt now and then, and he wore tight black tops that were so low-cut that his chest was showing. Anyone who is able to play around like that and to present themselves as a pop creature without losing their own personality must be very strong and sure of themselves. And he is all that. Martin probably was the first metrosexual man. Only a lot later it became fashionable via people like David Beckham.

I believe the reason why Depeche Mode produced hits for 25 years now isn't just Martin's incredible talent as a songwriter. Others like the Pet Shop Boys for example weren't able to maintain their success for such a long time. Unlike them, Depeche Mode managed to establish themselves in the techno scene and even in the country scene. They always had excellent remixes; for example Westbam remixed some of their songs years ago already, and Johnny Cash sang "Personal Jesus". At Depeche Mode concerts almost all age groups are to be found, from the very young to people in their 40's and 50's.

Techno released an incredible energy; Depeche Mode surely felt that too and integrated it into the music. I still remember how I went to my first rave in 1988. I hooked up with the techno group KLF, who drove around with a truck and called the people together via pirate radio stations. We drove to secret places outside London, and then the party started. The whole thing was strictly forbidden: In England spontaneous raves with over 100 people were subject to the "Criminal Justice Act" and liable to prosecution. It was really incredible when the police came and we had to run away. But I never got arrested. When the wall came down in 1989, I returned to Berlin at once. Soon after there were the first parties in the Tresor club, and that was much better than in England, because there was no law forbidding it. It's difficult to say what I found so fascinating about Techno, but I guess it was the monotonous beat, the minimalism, the constant "boom" on the fourth beat.

In the mid-90's it looked like Depeche Mode could well break apart. Alan Wilder left. Dave Gahan tried to kill himself in 1995, and one year later he almost died of an heroin overdose. Dave was very young when success set in. He came from an English smalltown and was already married with a child at that time. When your life suddenly changes so dramatically, lots of people can't cope.

I've been a musician for 25 years now and I'm really happy that my boyfriend Tommi Eckart and I are so successful with 2raumwohnung. That's an inspiration for me, and I don't keep the music and my personal life separated. Obviously you fall into a sort of limbo after a show where the fans went crazy for you – up to 80,000 people at Depeche Mode shows. You go off stage and suddenly you are just a human being again. Getting your ego under control is probably the most difficult thing when you're successful. I'm really glad that I can chat with my crew guys in such situations. We travel by bus on our tours, so that we are together after a show. That does me a whole lot of good. There were times in the past when I was alone in my hotel room, and that's not very nice.

I haven't seen Martin for quite some time now; as far as I know he lives in Los Angeles. Last November he DJ'ed at "Cookies"; unfortunately I was busy and couldn't go. While writing songs I still have Martin Gore in my mind. For years I've been reading all his song lyrics. Our song "Freie Liebe" (='Free Love') was inspired by "Freelove" from the latest Depeche Mode album. Martin comes up with really beautiful images and the way he brings emotions across – it's obvious that he turns his own experiences into songs.

My nicest Martin moment was a party at a friend's in London. We sat in her bedroom, Martin had just introduced his wife Suzanne to me. And eventually I sang him a song which I had recently written. Just like that, without a guitar. Martin sang me his latest song. And then we talked about old friends. That was a very warm moment. There was happiness in the room.

By the way, my song from that evening was never published. I will sing it to Martin again when I see him next.